Sonntag, 3. Dezember 2006

Wie bekomme ich einen interessanten Charakter

Der folgende Text stammt aus dem DSA4-Forum, ich poste ihn noch einmal hier für diejenigen die nicht dort unterwegs sind. Zwar ist der Beitrag eigentlich über Crossgender Rollenspiel, aber er trifft auch allgemein zu. Genug der Vorrede, hier ist er:

Im Prinzip kann man alles auseinander nehmen und auf einzelne Merkmale reduzieren. Ein Stein zum Beispiel hat die Merkmale: Hart, nicht essbar, brennt nicht, undurchsichtig, grau, gut zum werfen. Das ist war man sich unter dem Wort Stein vorstellt.
Hart, rot, viele Kanten, durchsichtig, teuer, nicht essbar. Na was ist das ? Nicht schwer, natürlich ist ein Rubin gemeint. Diese Merkmale sind notwendig für uns Menschen damit wir Dinge in Gruppen einordnen können, denn nichts anderes sind Wörter, sie sind dazu da Dinge mit ähnlichen Merkmalen zusammenzufassen und zu identifizieren.
Wenn wir so ein Wort lesen bildet sich sofort der Archetyp des Gegenstandes in unserem Köpfen. Andersherum funktioniert das genauso, wenn wir den Archetyp sehen denken wir an das Wort. Allerdings haben wir das Glück das unser Verstand nicht binär ist, wir denken nicht nur in Ja und Nein, wie kennen auch Dinge wie vielleicht, oder annähernd, ähnlich.
Deshalb können wir Dinge die dem Archetypen ähnlich sind dem Wort und damit der Gruppe zuordnen.
Das funktioniert auch bei Menschen. Wenn wir jemandem begegnen dann sucht unser Verstand den passenden Archetypen raus mit dem diese Person Ähnlichkeiten aufweißt. Für Frauen gibt es zwar nicht nur einen Archetypen, sondern eine ganze Menge, aber jede dieser Archetypen hat das Merkmal weiblich. Tatsächlich haben die meisten Menschen eine bestimmte Vorstellung von "reinrassig" weiblich und "reinrassig" männlich.
Das beginnt natürlich schon grundlegend mit dem Äußerlichem und geht bis in die tiefsten Abgründe der Persönlichkeit. All diese Dinge verbinden wir mit Frau. Das kann bei jedem etwas anders sein.

Es ist unmöglich zu verhindern das das Gehirn etwas einer Gruppe zuordnet, manchmal muss die Realität sogar zurückstecken wenn sie dem Verstand nicht passt. Dadurch entstehen auch einige optische Täuschungen.
Wie erstellt man nun also einen interessanten Charakter, wenn man gar nicht vermeiden kann in eine Gruppe eingeordnet zu werden ?
Nun, indem der Charakter zu einem neuen Archetypen wird der aus dem Oberbegriff herausgelöst wird. Also quasi eine neue Referenz für das Gehirn zu bilden. Allerdings muss das nicht bedeuten das ein interessanter Charakter aus dem Archetypen resultieren muss, er kann sich auch aus dem Archetyp Unfall, Abfall oder Hahhahahaha rauslösen.

Okay, soweit so gut, aber wie bekomme ich es jetzt hin das sich ein eigener Archetyp bildet ? Nun das sind zwei Schritte. Zuallererst muss ich dafür sorgen das mein Verstand den Charakter der richtigen Gruppe zuordnet. Dazu müssen genügend Merkmale auf die Gruppe aus der ich meinen Charakter lösen will hinweisen. Es hilft mir nicht weiter wenn das Gehirn meines Mitspielers meinen Charakter der Gruppe Geschlechtsumwandlung zuweist, obwohl es doch eine Frau werden soll. Deshalb muss ich nach Merkmalen suchen die ich mit Frauen verbinde und darauf hoffen das mein Gegenüber einen ähnlichen Archetyp hat.
Der zweite Schritt ist wiederum wesentlich einfacher, aber auch Zeit intensiver. Ich muss meinem Charakter ausreichend Merkmale mit auf dem Weg geben um dem Verstand einen Anreiz zu geben meinen Charakter als eigenen Archetypen zu betrachten. Wenn nicht genügend Unterschiede zum Archetypen existieren, dann hat das Gehirn keinen Grund einen neuen anzulegen. Das Anlegen dieses Archetypen wiederum braucht Zeit. Das einzige was man machen kann ist den Charakter zu spielen und zu hoffen das es klappt. Wenn dein Mitspieler nicht mehr sagt, typisch Frau, sondern typisch Alrike, weißt du das es geklappt hat.

Beim Rollenspiel ist es doppelt so schwer wie im echten Leben, hier muss man auch noch den Charakter aus dem Spieler lösen. Auch hier hat man wieder gewonnen wenn die Mitspieler nicht mehr typisch Julia, sondern typisch Alrik sagen. Dann ist aus unserem Stein ein funkelnder Rubin geworden.

Rollenspielspiel

Deutsche Sprache schwere Sprache, denkt sich jetzt vielleicht einer bei dem Titel.
Mitnichten, die deutsche Sprache ist nur unfähig das wiederzugeben was die englische Bezeichnung aussagt. Role-playing-game . Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen, Roleplaying, also Rollenspiel und game, also Spiel. Das ist im deutschen Wort Rollenspiel leider untergegangen.
Nehmen wir es einmal etwas genauer auseinander. Rollenspiel bedeutet das Spielen einer Rolle, also das Verkörpern einer anderen, meist fiktiven, Person. Es geht sogar noch weiter, Rollenspiel impliziert das man in eine künstlich geschaffene Situation geworfen wird und dort Entscheidungen treffen und nachvollziehen muss, aber nicht anhand seiner eigenen Vorstellungen sondern anhand der Werte der dargestellten Person. Das ist nicht unbedingt das was man bekommt wenn man ein kommerzielles Rollenspiel auspackt. Da sind auch noch Spielregeln drin, aber nicht Regeln wie wir sie aus der Gesellschaft kennen, zum beispiel die persönlichen Gefühle eines anderen nicht zu verletzen, sondern Regeln wie wir sie aus den Gesellschaftsspielen kennen. Diese Regeln befassen sich damit wie eine Konfliktsituation aufgelöst wird. Das einfachste Beispiel ist das Armdrücken. Es ist zwar durchaus möglich auszudiskutieren wer das Armdrücken gewinnt, aber für gewöhnlich gewinnt der Stärkere beim Armdrücken, nicht wahr ? Ich meine das ist schließlich Sinn und Zweck des Armdrückens. Nur wie findet man heraus wer stärker ist, wenn man herausfinden will welche der zu verkörpernden Personen stärker ist macht es keinen Sinn tatsächlich Armdrücken zu machen, am besten drei mal noch dazu weil wieder behauptet wird man wäre gerade abgelenkt worden. Natürlich ist es möglich extrem zu werden und zu sagen das die dargestellte Person nur das kann was man selber kann, das nennt sich dann LARP und wie typisch für einen Nerd, kann ich das nicht ausstehen, wenn ich das Material zum Drachentöter hätte, bräuchte ich keinen zu spielen.
Der traditionellste Mechanismus um dieses Problem zu lösen kommt direkt aus dem Ursprung als Gesellschaftsspiel, Würfel als Zufallselement, seltener auch Karten. Für gewöhnlich werden dafür die Literarischen Ichs bewertet, so weist man ihnen Werte für ihre Ausdauer zu, für ihre Klugheit, ihre Kenntnis von Kupferbikinis und eben häufig auch für ihre Stärke. Um die Unsicherheit des echten Lebens zu simulieren und um Spannung zu erzeugen kommt jetzt das Zufallselement ins Spiel. Es gibt auch Resourcensysteme die auf Strategie abzielen. Wenn ich jetzt 5 Punkte für das Orkabschlachten aufwende habe ich hinterher vielleicht nicht mehr genug um die böse Hexe zu töten. Hm, ich brauche ne Alternative!

Ja ja, ich weiß, dass wisst ihr schon alles, ich soll endlich mal zum Punkt kommen. Der Punkt ist eben jener, diese Konfliktlösungselemente sind der game Aspekt des Rollenspielspiels.
Vor kurzem bin ich auf jemanden gestoßen aus meiner unmittelbaren Forenumgebung der als Grundsatz für seine eigenes RPG gemacht hat: Ich will das Game aus Role-Playing-Game tilgen !
Ich konnte nur den Kopf schütteln. Rollenspiele sind ein Werkzeug aus der Psychologie und der Therapie, das hat nichts mit der Beschäftigung zu tun der wir normalerweise in unserer Freizeit nachgehen. Für mich ist das ein ganz großes no-go. Warum ? Nun, das ist relativ einfach, die Konflikt Resolution muss unbedingt ingame statt finden. Warum das denn ?
Nun in einer perfekten Welt wäre es durchaus möglich ingame-Konflikte auch outgame zu entscheiden, schließlich soll man ja in und out-game trennen. Aber unglücklicherweise leben wir nicht in einer perfekten Welt, auch Spieler sind nur Menschen. Selbst dem besten kann es passieren das ein ganz simpler ingame Konflikt plötzlich zu einem Konflikt in der wirklichen Welt wird. Und das ist viel einfacher wenn man die Konflikte Outgame löst, denn dadurch wird der Konflikt selbst nach außen getragen. Auf einmal ist es nicht mehr der Konflikt zwischen Alrik und Alrike, sondern zwischen Julia und Sebastian. Auch wenn dieser Konflikt ohne jede Grundlage ist, bringt er dennoch etwas an den Spieltisch das ich beim Rollenspiel nicht haben möchte.
Deshalb gehört das Game für mich zu einem Rollenspielabend dazu, ohne will ich nicht.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der viel damit zu tun hat, ist das alle realisieren müssen das Rollenspiel zwar toll und anspruchsvoll ist, aber in letzter Konsequenz ein Spiel, ein Zeitvertreib, ein Hobby und nichts mehr. Wenn die Diskussionen mal hitziger werden tendieren manche Spieler das zu übersehen, sie steigern sich schon fast fanatisch in die Diskussion hinein. Vor allem bei regelmäßigen Forenusern ist das zu beobachten.
Ein Rollenspiel dessen Ziel nicht Spaß für alle Teilnehmer ist, ist ein schlechtes Rollenspiel. Es geht nicht um Persönlichkeitsstudien, nicht um die Erschaffung einer perfekten Welt, das alles sind nur Mittel zum Zweck. Und der Zweck hat immer zu sein, Spaß für alle Spieler zu bieten.
Ich habe fertig.
Fürs erste zumindest.

1. Advent

Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet die erste Kerze brennt!
Wir sagen euch an eine heilige Zeit,
Machet dem Herrn den Weg bereit!.
|: Freut euch ihr Menschen,
Freuet euch sehr!
Schon ist nahe der Herr.:|

Ich wünsche allen einen frohen ersten Advent !

Freitag, 1. Dezember 2006

Undendliche Kombination in unendlicher Manigfaltigkeit

Oder wer die Wahl hat, hat die Qual.
Welcher Rollenspieler kennt es nicht, ihm schwirren jede Menge Charakterideen im Kopf herum, aber die einen eignen sich eher für eine Romanfigur oder einen NPC, die anderen lassen sich im Regelwerk nicht umsetzen. Wieder andere führen nur zu einer weiteren Idee die um so vieles besser erscheint, nur um eine viertel Stunde später wieder verworfen zu werden.
Manchmal tun mir all diese weggeworfenen Konzepte schon Leid, aber dieses Mitleid hilft mir leider nicht bei meinem Problem, wen soll ich spielen ?
Das eine schien schon ausgeschlossen zu sein, da kommt eine Idee wie man es doch noch umsetzen kann. Eine gute noch dazu. Aber es kommt wie es kommen muss, man hält nicht an der Idee fest und springt zur nächsten.
Wenn man dann alle Bereiche durchgegangen ist, wünscht man sich schon fast die guten alten Tage der Anfangszeit zurück. Mit nur fünf Klassen und keinerlei Hintergrundwissen war es erschreckend einfach mal so eben einen Charakter auszuwürfeln und trotzdem Spaß dabei zu haben. Mit der eigenen Erfahrung verliert man diese Unschuld schließlich und kann sich daran auch nicht mehr so recht erfreuen. Heute sind komplizierte Persönlichkeitsstudien gefragt und ja es macht verdammt noch mal auch jede Menge Spaß sich einen wunderbar komplexen Charakter auszudenken von dem man sich vorstellen könnte das er ein Mensch aus Fleisch und Blut sein könnte. Es ist ziemlich anspruchsvoll, geradezu eine Herausforderung, dass ist es auch was den Reiz ausmacht. Nur ist es unglaublich arbeitsintensiv und kostet eine Menge Zeit. Es kommt sogar soweit das man sich extra in weltliche Literatur dazu einliest um ingame fachsimpeln zu können. Einige Gruppen fordern das sogar regelrecht. Nur, was tun wenn man, wie ich, notorisch unentschlossen ist ? Viel zu viele Ideen und viel zu wenig Zeit um sie umzusetzen.
Also muss man Selektion betreiben, zu Schade nur das die Ideen auch noch ständig mutieren. Wenn an der Evolutionstheorie was dran ist, dann müsste am Ende ein besserer Charakter bei rauskommen. Aber bei mir kommt in letzter Zeit, nun ja, rein gar nichts raus.
Schreibblockade, durch Ideenüberfluß, staat Ideenmangel.

Mal schauen wie ich da wieder raus komme, vielleicht einfach mal los schreiben und die Sätze sich selbst erfinden lassen, irgendwie wird das schon.

Wehe, wehe, wenn ich auf die Werbung sehe

Geht nicht!? Geht doch: Anima.

www.Sloganizer.de

Die Erstellung lustiger kleiner Werbesolgans geht ganz einfach von der Hand mit Sloganizer.de

Katze: die letzte Steigerungsform von "super"!

Zwar nicht unbedingt immer der geniale Brüller, aber schon zum schmunzeln, wenn auch meistens eher Kauderwelsch dabei rausbekommt. Da man aber immer wieder mit einem Klick einen neuen Slogan generieren kann, ist es nur eine Frage der Geduld bis was passendes kommt.