Mittwoch, 31. Januar 2007

Ein paar unzusammenhängende Gedanken

Nach einer kleineren Ewigkeit wird es wohl mal wieder Zeit hier etwas zu schreiben.

So langsam rückt das gefürchtete Zentralabitur immer näher und die Nerven liegen blank.
Seit dem die Planungen für die Abievents bekannt werden, wird während der Pause das Kriegsrecht ausgerufen und die Schulstraße wird zum Schlachtfeld. Nicht gerade das angenehmste Klima, wirklich nicht. Auch in meinem Komitee fliegen die Fetzen, manchmal sind die Vorstellungen dessen was richtig ist und was nicht so Grund verschieden das eine gemeinsame Lösung nur schwer erzielbar ist.

Ähnlich sieht es auch im Rollenspiel aus. Oftmals sind unsere Vorstellungen dessen was richtig ist, sehr verschieden. Deshalb gibt es Regeln. Regeln sind eine verbindliche Vereinbarung die dazu dient in Fällen in denen sich die Spieler uneinig sind zu entscheiden was richtig ist. Im Idealfall minimieren sie Streit am Spieltisch. Aber was machen Regeln eigentlich ?

Drakonischer Ansatz
Nun im Prinzip sagen sie wer entscheidet was das Richtige ist. So würde die realweltliche Militär-Hierarchie in einem Rollenspiel eine Regel darstellen. Es ist klar geregelt wer entscheidet. Nur sind die wenigsten Rollenspielergruppen Soldaten und Befehlsempfänger zu sein macht auch nicht jedem Spaß. Deshalb gibt es auch noch andere Regelmodelle. So zum Beispiel das drakonische, Wahr ist was im Regelbuch steht. Der Ansatz hat das Problem das ein rein kodifiziertes Regelwerk nicht alles abdecken kann. Wenn also einmal ein Problem auftritt das nicht im Regelwerk auftaucht, steht die Spielegruppe im Regen.

Demokratischer Ansatz
Ein anderer Ansatz ist die Diktatur der Mehrheit. Ja, das nennt sich Demokratie. Wenn etwas strittig ist wird abgestimmt. Der Ansatz der Mehrheit gewinnt. Ich halte diesen Ansatz für ziemlich problematisch, erstmal sind die die verlieren oft äußerst frustriert und zum zweiten ist es ziemlich einfach bei der gewöhnlich kleinen Spielerzahl einen Stimmblock zu bilden. Was das System ad absurdum führt.

Timokratischer Ansatz
Ein weiterer Ansatz arbeitet mit Punktekonten, Spieler können wenn ihnen die Aktionen eines anderen Spieler sehr gut gefallen, dem einen Punkt aus einem Vorrat geben. Wenn jetzt eine strittige Entscheidung angeht dann kann man seinen Ansatz ersteigern mit diesen Punkten. Wer die meisten Punkte einzusetzen bereit ist, der bekommt Recht. Der Ansatz weißt ähnliche Schwächen auf wie der demokratische, ist aber doch gerechter. Allerdings kann es hier zu starkem Frust bei Spielern kommen die als schlechter wahr genommen werden.

Diktatur
Der Klassiker, einer entscheidet, die anderen kuschen. Nennt sich dann häufig Meister, die entsprechende Person. Diese Form ist die Form der absoluten Willkür, Vorsicht ist also angesagt.
Dem Diktator werden allerdings meist keine Hilfestellungen gegeben, es fehlt eindeutig am Regenschirm. Manchmal wird auch aus der Diktatur eine Pornokratie (Beeinflussung der Regierenden durch ihre (offizielle) Geliebte), nämlich dann wenn die Freundin des Diktators mitspielt. Das muss natürlich nicht sein, passiert aber auch häufig ungewollt.

Wechselnde Diktatoren
Der Spieler mit den Vollmachten ist nicht immer der selbe, er wechselt nach einem bestimmten Turnus.

Und das Ganze lässt sich stufenlos mischen, dabei habe ich noch nicht mal alles aufgezählt. Gerade in diesem Bereich sind die Amateur Autoren sehr erfinderisch. Es gibt mehr Regeln, als nur Regelwerk und Meisterwillkür, vielleicht sollte man sich gerade damit einmal näher beschäftigen.